Frauenriegereise vom 23./24. August 2015

Früeh am Morge s’erschti Vögeli pfifft im Wald, bevor’s no taget singt au s’zweit und s’dritti bald, chunnt dänn d’Sunne singed alli, jung und alt. So stand dann am Samstagmorgen früh eine Gruppe reiselustiger Wandervögel am Bahnhof Bauma. Beim Betrachten der sehr kleinen bis sehr grossen Rücksäcken liess sich nicht eindeutig sagen, ob es sich hier um einen Wochenendausflug oder eher etwas längeres handelte. So bestiegen wir also den Bus nach Wetzikon und anschliessend den Zug nach Pfäffikon SZ. Die Wartezeit für den Anschluss nach Chur, das erste Etappenziel des Tages, verkürzten sich die einen mit einem Becher Kaffee auf dem Perron. In Chur angekommen durften wir als erstes unsere Rucksäcke im Auto des Hotels verstauen, so brauchten wir nur unser Picnic mitzutragen. Nach eine Stärkung im Café Maron begaben wir uns auf die Stadtführung. Diese war alles andere als langweilig! Die Führerin verstand es, uns mit Humor und Anekdoten einen kleinen Teil der Geschichte der Stadt Chur näher zu bringen. Im weiteren wurden wir mit typischen Häppchen der Alpenstadt verwöhnt, natürlich durfte der Röteli dabei nicht fehlen. Er verfehlte auch seine Wirkung nicht! Nach einem kurzen Fussmarsch fuhren wir mit der Gondelbahn nach Brambrüesch. Die Seniorinnen verabschiedeten sich zum Zmittag ins Restaurant, während die Wandervögel sich der langen Hosen entledigten und sich auf den Marsch begaben. Vorbei an der Alp Malix bot die Aussicht einen herrlichen Blick ins Tal und auf die Dörfer vis à vis. Nach einem Picnic wanderten wir auf schmalen Pfaden über die Galtlialp nach Pradaschier. Dort angekommen platzierten wir uns in der Gartenwirtschaft um uns für die anschliessende Talfahrt mit dem Sessellift bzw. mit der Rodelbahn mit Kaffee „Kurvenwasser“ zu versehen. Zuversichtlich stellten wir uns bei der Rodelbahn an, um dann rauszufinden, dass das Billett für die Fahrt noch gelöst hätte werden sollen. Regula, unser Reiseneuling, stieg nochmals zum Restaurant hoch um Fahrkarten zu kaufen, da aber das Geld nicht auf Anhieb reichte, musste sie den gleichen Weg zweimal machen. Die rasante Fahrt ins Tal hätte ruhig noch länger sein können, es hat nämlich Spass gemacht! Im Hotel Krone bezogen wir unsere Zimmer und liessen uns anschliessend mit einem feinen Spaghettiplausch verwöhnen. Glücklicherweise waren wir so ziemlich die einzigen Gäste, denn der Geräuschspegel war ohrenbetäubend. Wir unterhielten uns prächtig über Gott und die Welt und nach einer letzten Runde verzogen sich alle nach und nach ins Körbli. Das Stadtfest in Chur musste leider ohne uns auskommen. Der Morgen stand ganz im Zeichen der Haarföns. Man stelle sich 26 Frauen vor, die an der Reception einen funktionstüchtigen Fön verlangen… Als frisurtechnisch wieder alles im Lot war, genossen wir einen feinen Zmorgen und machten uns anschliessend gestärkt auf dem Weg nach Chur, mit dem Postauto notabene. Dort hiess es umsteigen in den Zug nach Malans. Nach einem kurzen Fussmarsch machten wir eine Trink- und Pippipause im Gasthaus Krone. Bei dieser Gelegenheit konnte man noch in den Torkel (hierzulande unter dem Begriff Trotte bekannt) hinuntersteigen und die monströse Weinpresse aus Holz betrachten. So war das dann auch der Start für die Wanderung auf dem Weinwanderweg nach Fläsch. Bei angenehmer Witterung wanderten wir mal durch Quartiere und durch Wäldchen nach Jenins, wo uns die Gruppe der älteren verliess um Mittagsrast im Restaurant zu machen. Wir anderen zogen weiter, die Rebberge lagen mal links und mal rechts von uns. Nach einer kurzen Rast, wo wir die trockenen Reste des gestrigen Picnics verdrückten, glücklicherweise aber mit Ritas Röteli runterspülen konnten, ging es weiter über das Heididorf Maienfeld nach Fläsch. Dort waren wir bei Familie Fritsche im alten Torkel zu Gast. Wir genossen eine feine Bündnerplatte, begleitet von Blauburgunder und Federweisser. Nebst der Verdankung der tollen Reiseleitung Issi und Rita sagen wir auch noch das Turnerlied. So richtig in Fahrt gekommen, kam auch noch die Laurentia zum Zuge, mit Inge als Vorsängerin und Vortänzerin versteht sich. Bald hiess es aufbrechen und das Postauto nach Bad Ragaz besteigen. Der Zug nach Pfäffikon war voll mit allerlei Zeitgenossen und die Sitzplätze trotz Reservation entsprechend rar, was wiederum der guten Stimmung keinen Abbruch tat. So fuhren wir via Wetzikon zurück ins beschauchliche Tösstal. Auch der Himmel war etwas wehmütig, dass die schöne Reise schon zu Ende war und vergoss die ersten Tränen als wir uns verabschiedeten und in die verschiedenen Dorfteile verschwanden.

Petra Kunz